MIRIAM VIELI GOLL

MENSCH MIT SICH
"Gleichgewicht"
2005
78x117cm
Drahtskulptur-Fotografie

Diese 2-teilige Werkreihe schöpft aus der Vanitas-Tradition und dem Memento mori der Altmeister, wobei ich diese historische Bildsprache in die Gegenwart übersetze, um Fragilität sowie Endlichkeit unter heutigen Bedingungen zu reflektieren. Organische Materialien wie Ton, Holz, Baumwolle, Wasser und Eisen bilden den roten Faden einer Untersuchung von Wandel und Transformation, in deren Zentrum die Bananenschale als Motiv steht. In Ton geformt, durchläuft sie eine existenzielle Wandlung, indem ihr durch das Feuer das Wasser entzogen wird und sie zwischen Beständigkeit und Zerbrechlichkeit erstarrt.
Das Bewegtbild auf dem Monitor erweitert die statische Welt der Objekte um die Dimension der Zeit. Der Wasserfilm macht die Ressource als Grundlage von Natur und Leben sichtbar, während die in einem Plastikbeutel abgefüllte Wassermenge den wöchentlichen Bedarf einer Banane während ihrer zehnmonatigen Reifezeit markiert. Diese portionierte Menge wird im Werk zum Sinnbild für das Spannungsfeld zwischen menschlichem Kontrollbedürfnis und technologischer Einflussnahme auf natürliche Prozesse.
Ein mit silbernem Klebeband fixiertes Baumwollshirt mit Bananenaufdruck paraphrasiert kunsthistorische Bildtraditionen, während sein Siebdruck durch Auswaschung allmählich verblasst.
Demgegenüber antizipiert die Wandprojektion von kontemplativ bewegten Ketten ihren eigenen Stillstand, während die in Holz ausgeführte Bananenschale in ihrer archaisch anmutenden Beschaffenheit an Material-stabilität gewinnt, ohne jedoch die Idee von Unendlichkeit zu berühren. So verweist die Sichtbarkeit meiner Objekte stets auf das lebendige Dazwischen und auf die Schönheit eines Moments, der gerade deshalb so wertvoll ist, weil er nicht verweilen kann.

VANITAS IN DER GEGENWART
"Über Werden Sein und Vergehen"
2026
Installation
Gruppenausstellung Perspektiven
Zeughausareal Uster
VANITAS IN DER GEGENWART
"Über Werden Sein und Vergehen"
2026
Screen_Wasserfilm
Gruppenausstellung Perspektiven
Zeughausareal Uster

VANITAS IN DER GEGENWART
"Über Werden Sein und Vergehen"
2026
Tonbanane mit Lyrik
Gruppenausstellung Perspektiven
Zeughausareal Uster

VANITAS IN DER GEGENWART
"Über Werden Sein und Vergehen"
2026
Marta_Shirt mit Siebdruckbanane
Gruppenausstellung Perspektiven
Zeughausareal Uster

VANITAS IN DER GEGENWART
"Über Werden Sein und Vergehen"
2026
Holz_Bananenschale
Gruppenausstellung Perspektiven
Zeughausareal Uster
VANITAS IN DER GEGENWART
"Über Werden Sein und Vergehen"
2026
Projektion
Gruppenausstellung Perspektiven
Zeughausareal Uster

MENSCH MIT UMWELT
"Foodwaste"
2006
50x25cm
Fotografie auf Alu
Privatsammlung Riehen



MENSCH MIT MITMENSCH
"Hand reichend"
2025
25x17cm
Textil

AM ANFANG WAR DAS ENDE
Ein leeres Blatt Papier.
Eine Idee im Kopf.
Eine Idee aufgezeichnet.
Eine Idee realisieren.
Eine Idee überarbeiten.
Ein Ende und eine neuer Anfang.
2006
Ausstellungskonzept Illustration
Kunstzeughaus_Rapperswil

MOVING WATER
"Warmes Licht/kaltes Licht"
2022
9x5m
Film Projektion
Treppenhaus Zürcher Hochschule der Künste

MOVING WATER
"Warmes Licht/kaltes Licht"
2022
210x300cm
Film Projektion und Inszenierung
Treppenhaus Zürcher Hochschule der Künste

Im Mittelpunkt dieser fotografischen Arbeit steht eine sorgfältige Auswahl von Designklassikern aus den 1960er Jahren. Ein Teak-Beistelltisch vom dänischen Designer Kurt Østervig, zwei drehbare Office Chairs von Charles Pollock mit schwarzem Nappa-Leder bezogen in einer Kunststoffschale, eine künstliche Birkenfeige im Kunststoffbehälter sowie ein Perserteppich.
Das Kunstprojekt lädt die Besucher ein, unterschiedliche Szenarien und Inszenierungen zu entdecken, die wiederkehrend Teile des gleichen Mobiliars in wechselnden Kontexten präsentieren. Diese Objekte bilden eine Konstante in wechselnden metaphorischen Szenen.
Obwohl es sich stets um dasselbe Mobiliar handelt, verändert sich mit jeder neuen Inszenierung der Raum, die Atmosphäre und Assoziation der erzählten Geschichten. Es bleibt Spielraum, um die Kompositionen sowohl poetisch, sozialkritisch oder gar politisch zu betrachten.
Die Fotografien, die diesen Dialog zwischen Mobiliar und Umgebung in konzipiertem Storytelling dokumentieren, wurden ausschließlich mit Tageslicht aufgenommen und zeigen die Werke in ihrer natürlichen Form, ohne jegliche Retusche.
So entsteht ein authentisches Bild. Unverfälscht und direkt. Entstanden sind diese Werke in der Schweiz und in Deutschland.
Die Ausstellung bietet nicht nur eine visuelle, sondern auch eine narrative Erfahrung – eine Einladung, über die Bedeutung von Design und Raum und deren Geschichten der Vergangenheit und Gegenwart nachzudenken. In dieser Arbeit wird das Zusammenspiel von Design, Raum und Licht auf eine neue Weise erfahrbar.


KNOLL
"Metaphorische Räume"
Design trifft Deutung.
2024-2025 Schweiz und Deutschland
Fotografie auf Alucobond
Ausstellung in Planung

WAS MACHST DU GERADE?
"Performance Resonanzkörper"
2024
120x190cm
Bewegtbild Wand Projektion
Gruppenausstellung Waschraum Zürich
Die performative Installation im Eingangsbereich des Ausstellungsraums thematisiert die Vielschichtigkeit von Kommunikation und Begegnung. Im Zentrum steht ein runder Tisch mit fünf bedruckten Servietten, die durch ihre Faltvariationen verschiedene Versionen der Frage „Was machst du gerade?“ erzeugen. Diese simple, alltägliche Frage wird zur Grundlage eines vielschichtigen Dialogs zwischen fünf Protagonist:innen und dem Publikum. Die Inszenierung schafft einen Raum für Reflexion, aktives Zuhören und empathischen Austausch. Eine großformatige Projektion der gefalteten Servietten erweitert die Performance um eine visuelle Ebene, verstärkt die Wirkung der Sprache und eröffnet neue Perspektiven auf zwischenmenschliche Kommunikation.

MACHST DU GERADE WAS?
GERADE DU MACHST WAS?
WAS MACHST DU GERADE?
DU MACHST GERADE WAS?
WAS DU GERADE MACHST?






WAS MACHST DU GERADE?
"Performance Resonanzkörper"
2024
120x190cm
Bewegtbild Wand Projektion
Gruppenausstellung Waschraum Zürich





TEMPO
"Nastuchset"
2024
Baumwolle Siebdruck
Material Zürich


MENSCH MIT MITMENSCH
"Macht und Gewalt"
2024 Zürich/Basel
Fake Tattoo/Fotografie

MENSCH MIT MITMENSCH
"Gleichstellung"
2005
15x30cm
Ton gebrannt
Privatsammlung

MENSCH IM SELBST
"Fango"
2005 Nänikon
40x40cm
Ton ungebrannt
Privatsammlung

MENSCH MIT TIER
"Dumme Kuh"
"Falsche Schlange"
"Blöder Affe"
"Schafseckel"
"Blöder Hund"
"Dumme Sau"
"Hasenfuss"
"Blöde Gans"
"Falsche Ratte"
"Stolzer Gockel"
2005 Uster
35x18cm
Kunststoff

Mit Marta schaffe ich eine Kollektion, die Mode als künstlerisches Ausdrucksmittel versteht – als Resonanzraum für Wandel, Erinnerung und soziale Verantwortung. Die verwendeten Stoffe stammen aus bereits existierenden Kleidungsstücken – getragen, vergessen, aussortiert. Ich nutze sie nicht als Recyclingmaterial, sondern als Trägerinnen von Geschichten, die in neuer Form weiterleben. Im Zentrum steht für mich die Frage: Wie kann Kleidung zugleich schön, funktional und verantwortungsvoll sein? Und wie können wir sie so gestalten, dass sie nicht nur Körper, sondern auch Haltungen umhüllt? Die Stücke sind bewusst schlicht und zeitlos und offen für Transformation. Kundinnen werden eingeladen, mitzuwirken: durch Farbabdrücke, Stempel, Schnitte oder andere Techniken entstehen Kleidungsstücke, die individuelle Spuren tragen. So wird jedes Teil zu einem Dialog zwischen Trägerin, Material und Kontext. Marta ist ein Gegenentwurf zur Massenproduktion – lokal gefertigt, in Kleinauflagen, mit Fokus auf Qualität und Bedeutung. Es ist ein künstlerisches Projekt, das Mode als Prozess versteht: als soziale, ästhetische und ökologische Praxis.

MARTA
BILD: VITAL Z`BRUN
"Eine Art Mode"
2023
Inszenierung und Präsentation

MARTA
"Eine Art Mode"
2023
21x29.7cm
Konzept

MENSCH
"in vitro"
2005 Basel
Fotografie



STATEMENT
Im Zentrum meiner künstlerischen Arbeit steht das Verhältnis von Material, Raum und Wahrnehmung. Ausgangspunkt sind Beobachtungen und Fragestellungen zu Kontext, Perspektive und der Veränderung von Bedeutung. Vertrautes aus seinem Kontext zu lösen und zu verschieben, eröffnet neue Sichtweisen und Lesarten.
Die Arbeiten entstehen medienübergreifend mit Installationen, Objekten, Fotografie, Film und Projektionen. Eigene Erfahrungen verbinden sich mit philosophischen Gedanken und kunsthistorischen Bezügen. Besonders die Alten Meister bilden eine wichtige Quelle und fliessen je nach Arbeit inhaltlich, formal oder illustrativ in neue Bildwelten ein.
Gesellschaftliche und politische Themen hinterfrage ich mit Poesie, Ironie und Ambivalenz. Auch tiefgründige und schwierige Inhalte dürfen Leichtigkeit und Offenheit behalten. Visuelle Partizipation spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Blick und die individuelle Deutung der Betrachter werden Teil des Werkes.
BIOGRAFIE
Miriam Vieli-Goll wuchs in einem von Architektur, Design, Kunst und Handwerk geprägten Elternhaus auf. Der frühe Umgang mit unterschiedlichen Materialien und gestalterischen Ausdrucksformen legte den Grundstein für ihre künstler-ische und berufliche Entwicklung.
Nach ihrer Ausbildung zur Dekorationsgestalterin und einem prägenden Aufenthalt in den USA machte sie sich früh selbstständig und entwickelte kontinuierlich ihre künstlerische Praxis weiter.
Ihre Weiterbildung umfasst den MAS «Creative Practice» an der Zürcher Hochschule der Künste sowie Studien in Kunst, Design und kunstpädagogischer Vermittlung.
Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitet Miriam Vieli-Goll als Fotostylistin für namhafte Unternehmen und doziert an verschiedenen Bildungsinstitutionen. Dabei verbindet sie ihre Erfahrungen aus Kunst, Gestaltung und Handwerk mit ihrer Lehrtätigkeit.
AUSSTELLUNGEN
2026 „marta Nr. 4“ Installation, Gruppenausstellung Zwischenräume, Schanzenstrasse 11-13, Basel
2026 „Vanitas in der Gegenwart“ Installation, Gruppenausstellung Perspektiven, Zeughausareal, Uster
2025 „Knoll meets friends on location“ fotografische Werkreihe, Einzelausstellung, Kunstraum Material, Zürich
2024 „Was machst du gerade?“ Performance, Gruppenausstellung Resonanzkörper, Waschraum, Zürich
2024 „marta Nr. 2“ Performance, Einzelausstellung, Zürcher Hochschule der Künste, Zürich
2022 „moving water“ Filminstallation, Einzelausstellung, Zürcher Hochschule der Künste, Zürich
2021 Kollaboration mit Bruce Müller, Performance Kunsttage Basel, wiewaersmalmit, Basel
2020 „Altmeister neu interpretiert“ Fotografische Werkreihe, Gruppenausstellung kurzfristig abgesagt, Ausstellung folgt 2027
2015 „Gestern ein Duvet heute ein König“ Performance, Badeanstalt Letten, Zürich
2002 „Schatztruhe“ Gruppenausstellung, Villa Grunholzer, Uster
1995 „Zerrissen“ Werkreihe Acryl auf Leinwand, Gruppenausstellung, Hardturmstrasse 156, Zürich
PUBLIKATIONEN
2026 Werkkatalog „Vanitas in der Gegenwart“
2026 Ausstellungskatalog „Perspektiven“
2026 Online-und Print Publikation Kunstbulletin „Perspektiven“
2026 Eintrag Visarte online Agenda „Perspektiven“
2026 Einreichung diverser Unterlagen an SIKART, Eintrag ausstehend
2025 Ausstellungskatalog „Knoll meets friends on location“
2025 Ausstellungskatalog, Resonanzraum, „Was machst du gerade?“
KURATORIN
2026 Co-Kuratorin „Akkukiste“ mit 4 Künstler:innen jährlich, Kunstverein Uster
2026 Gruppenausstellung „Zwischenräume“ mit 11 Künstler:innen, Basel (in Bearbeitung)
2026 Gruppenausstellung „Fokus“, mit 5 Künstler:innen, Hamburg (in Bearbeitung)
2026 Gruppenausstellung „Perspektiven“, Zeughaus, Uster
2025 Einzelausstellung „Knoll meets friends on location“, Material, Zürich
2024 Gruppenausstellung „Kulturmärz“ mit 6 Werkgruppen, Zeughaus Uster
2022 Einzelausstellung „Moving water“, Zürcher Hochschule der Künste, Zürich







